Montag, 28. September 2015

Meinung: Pillars of Eternity - The White March: Part I

  
Was habe ich mich in diesem Jahr über den Release von Pillars of Eternity gefreut, endlich mal wieder klassische Rollenspielkost im Stil von Baldurs Gate - und dann sind sogar noch Entwickler der Baldurs-Gate-Saga an diesem Spiel beteiligt. Das veröffentlichte Spiel hat mir dann auch genau das geliefert, was ich mir erhofft hatte: ein Spiel in Stil von Baldur`s Gate 2, wenn auch kaum so umfangreich wie das geistige Vorbild. Knapp 5 Monate später erschien dann auch der erste DLC, The White March Part I, den ich jetzt frisch durchgespielt habe.

Sobald man den DLC gekauft und heruntergeladen hat, fügt er der bestehenden Spielwelt auf der Weltkarte ein neues Gebiet ("Crägholdt") sowie einen neuen Kartenabschnitt hinzu ("Weißmarschen"). In seiner Festung Caed Nua erhält man - sofern man das entsprechende Level erreicht hat - neue Aufträge für diese Regionen. Während Crägholdt sich an hochstufige Charaktere richtet, kann man die Weißmarschen schon mit Level 5 betreten. Sollte man einen weit höheren Level erreicht haben, kann man den Schwierigkeitsgrad beim Betreten der Weißmarschen automatisch an den derzeitigen Charakterlevel anpassen lassen.

Eine Lodge im winterlichen Yellowstone Nationalpark? Nein, dies ist das Dorf "Stalwart" im neuen DLC-Gebiet "Weißmarschen"
 
In den Weißmarschen selber erwarten den Spieler vier neue Gebiete, durch alle Gebiete führt eine neue Hauptquests sowie diverse Nebenquests. Weiterhin liefert der DLC zwei neue NPC's, eine Schurkin sowie einen Mönch - diese beiden Charakterklassen gab es im Hauptspiel noch nicht als NPC-Partymitglied, mit dem DLC sind aber nun alle im Spiel verfügbaren Klassen mit einem NPC vertreten. Natürlich bringen auch die beiden neuen potentiellen Partymitglieder wieder ihre eigenen Geschichten und Quests mit sich. Außerdem können jetzt alle Charaktere bis Level 14 aufsteigen.

Vom Schwierigkeitsgrad orientiert sich die neue Hauptquest in den Weißmarschen am Hauptspiel. Einzig das Gebiet "Crägholdt" auf der Karte des Hauptspiels hat mir mit seinen großen und starken Gegnergruppen hier und da mal Probleme bereitet und in den Weißmarschen wartet ein ziemlich starker optionaler Gegner in einer Höhle auf die Heldentruppe. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad sollte man gut 10 Stunden mit dem DLC beschäftigt sein. Das ist - wie ich finde - ganz ordentlich.

Ansonsten teilt sich der DLC alle Stärken und Schwächen des Hauptspiels. Das pausierbare Echtzeitkampfsystem ist meiner Meinung nach die größte Schwäche des Spiels, daran ändert natürlich auch der DLC nichts. Divinity - Original Sin hat aber zuletzt gezeigt, das Rundenkampfsysteme die besseren Kampfsysteme sind. Diesen Weg hätte Pillars of Eternity auch gerne einschlagen können, aber man hat sich im Hinblick auf den "Fanservice" natürlich stark an Baldur's Gate orientiert. Das damals damit eingeführte pausierbare Echtzeitkampfsystem war natürlich auch ein Kind des großen Echtzeitstrategiebooms Mitte bis Ende der 90er Jahre. Heutzutage wissen wir, dass man auch Rundenkampfsysteme toll inszenieren kann.

Ich kann jedem dem schon das Hauptspiel gefallen hat diesen DLC ans Herz legen. Die neuen Gebiete sind schön gestaltet, erinnern auch wohlig an die Icewind Dale-Spiele und schaffen eine tolle Atmosphäre. Die Dialoge und Charaktere sind wieder toll und anspruchsvoll geschrieben, die deutsche Übersetzung hat allerdings auch im DLC wieder ihre Macken. Ich freue mich jedenfalls auf den zweiten Teil, The White March: Part 2. Dieser soll Ende diesen Jahres erscheinen, also perfektes RPG-Futter für die kalte Jahreszeit.
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Spieleinfos:
Genre: Partyrollenspiel mit pausierbaren Echtzeitkämpfen (Erweiterung)
Entwickler: Obsidian Entertainment
Publisher: Paradox Software
Plattformen: PC (Release: 25.08.2015)
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