Dienstag, 22. September 2015

Meinung: Until Dawn

 

 

Until Dawn ist ja nun schon seit langer Zeit in Entwicklung gewesen, ich habe das Projekt aber nie verfolgt und es hat mich selbst nach den ersten Testberichten nicht interessiert. Zum Glück habe ich mir den Insert Moin-Podcast zu Until Dawn angehört - dieser hat mir nämlich richtig Lust auf das Spiel gemacht.

Until Dawn schlägt spielerisch die Kerbe von Heavy Rain oder den Telltale Adventures (The Walking Dead, Game of Thrones), gehört also im Grunde zum Genre der interaktiven Filme. Das Alleinstellungsmerkmal ist jedoch das Setting, denn UD erinnert an die Teenie-Slasher der 90er Jahre (Scream, Ich weiß was du letzten Sommer getan hast). Ich habe diese Filme nie besonders gemocht, aber als interaktiver Film kann mich dieses Subgenre durchaus reizen, aber erst die durchaus positive Resonanz in dem bereits genannten Podcast hat mich dann letztendlich zum Kauf gebracht.
 
Eine Nacht, eine Gruppe Teenies und eine einsame Berghütte neben einem verlassenen Sanatorium: der Stoff aus den Teenie-Slasher-Träume sind ...
Wie so oft in diesem Genre wird auch Until Dawn mit einer veränderbaren, interaktiven Handlung beworben und wie so oft verändert sich das Spiel basierend auf den Entscheidungen viel weniger als man sich vermutlich erhofft. Inwiefern sich letztendlich all die kleinen und großen Entscheidungen/Reaktionen auf die Handlung auswirken kann ich kaum beurteilen, war mir aber auch beim ersten Spieldurchgang überhaupt nicht wichtig. Wichtig war mir in erster Linie die Atmosphäre, und hier punktet Until Dawn ganz besonders. Die verlassene Ski-Lodge irgendwo in den Rocky Mountains, mitten in der Nacht und dazu ein verwaistes Sanatorium - das ist für mich ganz großes Kino.
 
Die typischen Jumpscares haben mich doch wirklich immer mal wieder voll erwischt und hektische Passagen haben meinen Adrenalinspiegel in die Höhe schießen lassen, genau so muss das sein. Toll ist auch, wie Until Dawn mit diesen typischen Horror-Klischees spielt und auch den Spieler selber Situationen erleben und Entscheidungen treffen lässt, in denen sich der geneigte Teenie-Slasher-Zuschauer oftmals fragt: "Warum tut er das?" oder "Warum geht sie jetzt alleine einen anderen Weg anstatt bei der Gruppe zu bleiben". Für solche Momente kann ich das Spiel gar nicht genug loben.
 
Ich bin normalerweise kein Spielertyp, der solche interaktiven Filme nach dem Beenden der Handlung direkt noch mal durchspielt, aber bei Until Dawn habe ich ein paar Tage nach dem ersten Durchgang direkt wieder Lust auf einen neuen Spieldurchgang bekommen. Bei all dem Lob seien aber noch ein paar Schwachstellen erwähnt, die mir besonders aufgefallen sind: die Steuerung und die Animationen wirken manchmal etwas "hölzern", auch die Gesichter erreichen mit ihrer Animationsvielfalt nicht die Klasse eines Beyond: Two Souls (meiner Meinung nach das einzig Positive an Cages' letztem Machwerk) oder L.A. Noire, das sind für mich allerdings nur kleine Negativpunkte die meinen sehr guten Gesamteindruck von Until Dawn nicht schmälern können.
 

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Spieleinfos:
Genre: Interactive Movie / Survival Horror
Entwickler: Supermassive Games
Publisher: Sony Computer Entertainment
Plattformen: Playstation 4 (Release: 26.08.2015)
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